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Diese Geschichte fand
ich auf einer web-site, deren Adresse ich nicht mehr
kenne. Sollte der Verfasser diese - seine - Geschichte
lesen und es nicht wünschen, dass ich sie hier
veröffentliche, so bitte ich um Nachricht. Die Seite
wird dann sofort gelöscht.
Brief eines Welpen
Heute bin ich gestorben.
Ihr habt genug von mir gehabt.
Ihr habt mich in ein Tierheim gebracht. Es war überfüllt.
Wahrscheinlich bin ich unter einem unglücklichen
Stern geboren.
Jetzt liege ich in einem schwarzen Plastiksack.
Mein Halsband, das zu klein war und auch schmutzig,
hat die Frau,
die mich auf das ewige Jagdfeld geschickt hat,
abgenommen.
Das und die kaum benutzte Leine, die Ihr hier gelassen
habt,
wird ein anderer Welpe bekommen.
Hätte es sein können, dass ich noch bei Euch zu
Hause wäre,
wenn ich den Schuh nicht zerkaut hätte ?
Ich wusste nur, dass es Leder ist, es lag vor mit auf
dem Boden.
Ich wollte nur spielen. Ihr habt vergessen
Hundespielzeug zu kaufen.
Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch
zu Hause wäre,
wenn ich stubenrein gewesen wäre? Ihr habt meine Nase
da rein gedrückt.
Ich verstand es nicht. Es gibt doch Bücher und
Schulen, wo man lernen kann, wie man Welpen so etwas
beibringt.
Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch
zu Hause wäre,
wenn ich keine Flöhe in die Wohnung geschleppt hätte
?
Aber ohne Mittel kann ich sie nicht los werden.
Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch
zu Hause wäre,
wenn ich nicht gebellt hätte ?
Aber ich habe doch nur gesungen:
Ich bin da, ich bin da, ich bin erschrocken und so
einsam.
Ich möchte Euer bester Freund werden.
Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch
zu Hause wäre,
wenn ich Euch erfreut hätte ?
Aber wenn Ihr mich schlagt, wie kann ich Euch da
erfreuen ?
Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch
zu Hause wäre,
wenn Ihr mich gelehrt hättet, mich richtig zu
benehmen ?
Nach der ersten Woche habt Ihr gar keine Zeit mehr für
mich gefunden. Ich habe den ganzen Tag auf Euch
gewartet.
Heute bin ich gestorben:
Euer Welpe
Es werden mehrere Jahrtausende Liebe nötig sein, um
den Tieren ihr durch uns zugefügtes Leid
heimzuzahlen.
Arthur
Schopenhauer
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